En bref
15. Juni 2026
von 20:30 Uhr bis 21:30 Uhr
Hochschule für Musik Freiburg
Mendelssohn-Bartholdy-Platz 1, 79102 Freiburg
Foyer
Freier Eintritt, solange Plätze verfügbar sind
Komposition: Lorenz ROMMELSPACHER
Künstleriche Betreuung: Johannes SCHÖLLHORN
Organisation: Lorenz ROMMELSPACHER ; Johannes SCHÖLLHORN
Unterstützung: Collège GLAREAN ; l'ITI CREAA ; UR 3401 ACCRA ; Université de Strasbourg ; Hochschule für Musik de Freiburg ; HEAR Strasbourg ; Université Franco-Allemande
Titel der Dissertation im Fach Musikinterpretation und Komposition: »Performing Space – Shaping Experience: Multimediale Strategien, Publikumserfahrungen und neue Zugänge in der experimentellen elektronischen Musik« (Disputation am 16. Juni 2026)
Im Rahmen seiner Doktorarbeit gibt Lorenz Rommelspacher, Doktorand am Collège GLAREAN, ein Abschlusskonzert.
Ausgangspunkt von S_4_S ist die Feststellung, dass absolute Stille nicht existiert. Stille wird hier als »absence of definite action« verstanden: als Zustand, der entsteht, wenn Klänge nicht aktiv hervorgebracht werden, Aufmerksamkeit jedoch bestehen bleibt.
Philosophisch und epistemisch knüpft das Werk an Überlegungen von John Cage und Pauline Oliveros an, verschiebt deren Fragestellungen jedoch in eine eigene kompositorische Praxis.
S_4_S ist vollständig komponiert und folgt einem klaren dramaturgischen Spannungsbogen. Das kompositorische Gerüst definiert zeitliche Abläufe, Zustände des Hörens sowie Übergänge zwischen Verdichtung und Reduktion. Gleichzeitig bleibt das klangliche Resultat offen: Das musikalische Material entsteht ausschließlich aus live gesampleten und elektronisch transformierten Geräuschen, die während der Aufführung entstehen.
Das Publikum und der Aufführungsraum werden dadurch zu zentralen Klangquellen. Geräusche der Anwesenden, atmosphärische Klänge von außen sowie zufällige akustische Ereignisse werden in Echtzeit aufgegriffen, verarbeitet und in die musikalische Struktur integriert. Jede Aufführung produziert so ihr eigenes, unwiederholbares Klangresultat.
S_4_S versteht Komposition damit als Gestaltung von Bedingungen: Nicht einzelne Klänge sind festgelegt, sondern die Situation, in der Hören selbst zur musikalischen Handlung wird und sich das Verhältnis zwischen Stille, Geräusch und Musik kontinuierlich neu formiert.

