Abschlusskonzert der Dissertation von Yanir Ritter »A Forbidden Voice? Music for Saxophone under the Third Reich« 27. Mai 2026

En bref

 

27. Mai 2026
von 15 Uhr bis 16 Uhr

Hochschule für Musik Freiburg
Mendelssohn-Bartholdy-Platz 1, 79102 Freiburg
Kammermusiksaal

Freier Eintritt, solange Plätze verfügbar sind

  

Interpretation: Yanir RITTER

Künstleriche Betreuung: Christine RALL

Organisation: Dagmar DANKO ; Alexandre FREUND-LEHMANN

Unterstützung: Collège GLAREAN ; l'ITI CREAA ; UR 3401 ACCRA ; Université de Strasbourg ; Hochschule für Musik de Freiburg ; HEAR Strasbourg ; Université Franco-Allemande

Titel der Dissertation im Fach Musikinterpretation und Komposition: »A Forbidden Voice? Music for Saxophone under the Third Reich« (Vorgesehene Verteidigung im Herbst 2026)

 

     Im Rahmen seiner Doktorarbeit gibt Yanir Ritter, Doktorand am Collège GLAREAN, ein Abschlusskonzert, das Originalwerken für Saxophon gewidmet ist, die zwischen 1932 und 1940 entstanden sind – einer entscheidenden Zeit, in der sich das Instrument von einem Symbol für künstlerische Freiheit und Modernität während der Weimarer Republik zu einem zunehmend marginalisierten und stigmatisierten Instrument im Rahmen der Kulturpolitik des Dritten Reiches wandelte.

     Mit Werken von Edmund von Borck, Hans Brehme, Erwin Schulhoff, Werner Wolf Glaser und Viktor Ullmann vereint das Programm ein selten aufgeführtes mitteleuropäisches Saxofonrepertoire, das von modernistischen Experimenten, Exil und politischer Unterdrückung geprägt ist. Diese Werke, die sich zwischen Kammermusik und orchestralem Denken bewegen, zeigen, wie Komponisten die Ausdrucksmöglichkeiten des Saxofons zu einer Zeit weiter erforschten, als dessen Platz im klassischen Musikleben unsicher wurde.

     Le doctorat « Interprétation et création musicales » est le fruit du partenariat entre la Hochschule für Musik de Freiburg im Breisgau (HfM), l’Université de Strasbourg (Unistra) et de la HEAR, réunies au sein du Collège GLAREAN.

     Dieses Abschlusskonzert ist Teil eines künstlerischen Promotionsprojekts an der Hochschule für Musik Freiburg und der Universität Straßburg, das die Rolle des Saxofons in Deutschland in den 1930er und 1940er Jahren sowohl als musikalische Stimme als auch als kulturelles Symbol des Widerstands im ideologischen Kontext dieser Zeit untersucht.

Biografie

     Yanir Ritter ist ein israelischer Konzertsaxofonist, der sich auf das klassische und zeitgenössische Repertoire für Saxofon spezialisiert hat. Als Solist und Kammermusiker ist er Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe, darunter der »America-Israel Cultural Foundation« (AICF), des Ferrera-Wettbewerbs, des Cantarone-Wettbewerbs für junge Solisten und des Salieri-Zinetti-Wettbewerbs.

     Er trat unter anderem mit dem »Israel Philharmonic Orchestra«, dem »Israel Opera Orchestra«, dem Orchester der Mailänder Scala, dem »Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia« (Rom), dem Philharmonischen Orchester Straßburg und »La Monnaie« (Brüssel) auf.

     Er tritt regelmäßig mit verschiedenen Kammerensembles auf, darunter das »Aurea Duo« (Saxofon und Orgel), das »No Limit Orchestra«, das RE/SONO Saxofonquartett und das Tel-Aviv-Saxofonquartett. In Zusammenarbeit mit dem israelischen Bildungsministerium engagiert er sich in Projekten zur Förderung der klassischen Saxofonpraxis unter jungen Musikern in Israel.

     Derzeit promoviert er im Rahmen des Collège Glarean gemeinsam an der Universität Straßburg und der Hochschule für Musik Freiburg. Seine Forschung konzentriert sich auf die Rolle des Saxofons in Deutschland in den 1930er und 1940er Jahren und dessen kulturelle und politische Bedeutung in diesem historischen Kontext.