Benjamin Hartmann Doktorand in Musikwissenschaft, Hochschule für Musik Freiburg

Überblick

Angliederung an das Collège GLAREAN seit 2025

angegliederte Forschungseinheit: ITI CREAA (Centre de recherche et d'expérimentation sur l'acte artistique), Université de Strasbourg, seit 2025 (Mitglied als Doktorand/in)

zugehörige Hochschule: Hochschule für Musik Freiburg, seit 2025 (als Doktorand/in)

Dissertationsthema: »Rein oder nicht rein?« Intonationspräferenzen im Chor und Vokalensemble

wissenschaftlicher Betreuer: Clemens Wöllner

künstlerischer Betreuer: Frank Markowitsch

künstlerische Disziplin: Chorleitung

Kontakt: b.hartmann@mh-freiburg.de

Webseite: www.benjaminhartmann.online 

Zusammenfassung des Dissertationsthemas

     Die Dissertation untersucht die Wahrnehmung und Bewertung von Intonation im Spannungsfeld zwischen gleichstufiger Temperatur und Reinintonation. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie musikalische Sozialisation, stilistische Traditionen und regionale Chorkulturen Intonationspräferenzen von Sänger:innen und Dirigent:innen beeinflussen. Durch die Verbindung von künstlerischer Praxis mit empirischer Musikforschung leistet das Projekt einen Beitrag zum Verständnis chorischer Klangästhetik und der Faktoren, welche Intonationspräferenzen im Chorgesang beeinflussen, und entwickelt Impulse für Ensembleleitung, Probenmethodik und Intonation als künstlerisches Ausdrucksmittel.

Werdegang

     Benjamin Hartmann, 1990 in Schwäbisch Hall geboren, zählt zu den profiliertesten Chordirigenten seiner Generation. Mit stilistischer Vielseitigkeit, klanglicher Präzision und programmatischer Neugier prägt er die Chorszene als Dirigent wie als Pädagoge.

     Seine musikalische Ausbildung führte ihn von den Evangelischen Seminaren Maulbronn/Blaubeuren über die Hochschule für Musik und Theater Leipzig bis an die Königliche Musikhochschule Stockholm und die Yale School of Music. Ein weiteres Masterstudium an der University of Cambridge vertiefte sein Verständnis der britischen Chortradition. Prägende Impulse erhielt er u. a. von Jürgen Budday, Hans-Christoph Rademann, Helmuth Rilling, Frieder Bernius, Peter Dijkstra, Stephen Layton und Grete Pedersen. Als Stipendiat im Forum Dirigieren wurde er in die Künstlerliste des Deutschen Musikrats aufgenommen.

     Von 2022 bis 2025 war Hartmann künstlerischer Leiter des Bachchores Salzburg und wirkte regelmäßig als Chordirektor bei den Salzburger Festspielen sowie der Internationalen Mozartwoche, wo er u. a. Einstudierungen für Andris Nelsons, Christian Thielemann, Teodor Currentzis und Anja Bihlmaier verantwortete. Seit 2016 leitet er den Maulbronner Kammerchor, mit dem er u. a. einen vielbeachteten Mendelssohn-Zyklus initiierte. Weitere Stationen seiner Tätigkeit waren die Leitung des Collegium Iuvenum Stuttgart und die Gründung des professionellen Verum Audium Vokalensembles. Engagements führten ihn zu renommierten Ensembles wie dem Schwedischen Rundfunkchor, Eric Ericsons Kammarkör, Cappella Amsterdam, Kammerchor Stuttgart, GewandhausChor Leipzig, Helsinki Chamber Choir sowie mehreren Rundfunkchören.

     Neben seiner künstlerischen Arbeit ist Hartmann Dozent für Chorleitung an den Musikhochschulen Frankfurt am Main und Freiburg. Dort verbindet er künstlerische Praxis mit wissenschaftlicher Forschung: Im Rahmen einer Promotion im Collège Glarean widmet er sich Intonationspräferenzen im Chor und Vokalensemble.

Forschungsthemen

  • Intonation und Stimmungssysteme
  • Chorklang und Vokalgestaltung
  • Ensembleleitung und Ensembletechnik
  • Skandinavische, englische, baltische und deutsche Chortraditionen
  • Empirische Methoden der Musikforschung
  • Künstlerische Forschung (Artistic Research)

Curriculum vitae

  • seit 2025: Doktorand im europäischen Doktorandenkolleg GLAREAN (Hochschule für Musik Freiburg / Université de Strasbourg)
  • 2019–2022: Stipendiat im Forum Dirigieren des Deutschen Musikrats; Aufnahme in die Künstlerliste des Deutschen Musikrats
  • 2018–2019: Master of Music (Cantab) in Choral Studies, University of Cambridge (Vereinigtes Königreich)
  • 2015: Teilnahme am Conducting 21C Summer Program, Yale School of Music (USA)
  • 2010–2016: Studien in Chordirigieren (Bachelor of Music), Schulmusik BA Klavier, Mathematik und Bildungswissenschaften an der Hochschule für Musik und Theater sowie der Universität Leipzig; Auslandsstudium (Master of Music) in Gesang und Dirigieren an der Kungliga Musikhögskolan Stockholm (Schweden)
  • 2009: Abitur an den Evangelischen Seminaren Maulbronn und Blaubeuren
  • 2006: Kirchenmusikalische C-Prüfung (Orgel und Chorleitung)